Widerruf von fondsgebundenen Lebensversicherungen

Laut eines Urteils des BGH vom 12. September 2018 (Az.: IV ZR 17/17) können auch fondsgebundene Lebensversicherungen widerrufen werden, die in dem Zeitraum 29. Juli 1994 bis 31. Dezember 2007 abgeschlossen worden sind. Dabei setzt ein erfolgreicher Widerruf voraus, dass keine ordnungsgemäße Widerrufsbelehrung stattgefunden hat.

In den Medien wird in diesem Zusammenhang häufig vom „Widerrufsjoker“ gesprochen. Hierbei muss zwischen kapitalbildenden und fondsgebundenen Lebensversicherungen unterschieden werden.

Bei einer klassischen kapitalbildenden Lebensversicherung wird in der Regel vor allem in festverzinsliche Wertpapiere und Immobilien investiert. Nur ein geringer Anteil der Beiträge wird in Aktien investiert.

Bei fondsgebundenen Lebensversicherungen handelt es sich um eine Kombination aus Fondsanlage und Risikolebensversicherung. Bei diesem Finanzprodukt wird also ein Hinterbliebenenschutz mit einem Fondssparplan verbunden. Am Ende der Vertragslaufzeit wird dem Versicherten der aktuelle Wert seiner Fondsanteile ausgezahlt. In seltenen Fällen ist auch ein Übertrag der Fondsanteile in ein Depot möglich.

Es besteht natürlich auch die Möglichkeit, die fondsgebundene Lebensversicherung zu kündigen. Hiervon ist allerdings abzuraten. Denn bei einer Kündigung erhält der Versicherungsnehmer nur den Rückkaufswert zurück.

Bei einem Widerruf erhält der Versicherungsnehmer hingegen zusätzlich zu auch noch die Abschluss- und Verwaltungsgebühren sowie den Risikoanteil zurückerstattet.

Ob nun ein Widerrufsrecht vorliegt und wie viel Geld ein Versicherungsnehmer im Falle eines Widerrufs erhält, erfordert eine fachkundige Einzelfallbewertung. Für eine solche Prüfung oder auch weitere Fragen bezüglich Lebens- und Rentenversicherungen können Sie gerne unsere Beratung in Anspruch nehmen.